Weinhandel

Die Weinregionen der Schweiz

Die Schweiz ist ein Weinwinzling, und das, obwohl in allen 23 Kantonen Wein angebaut wird. Dennoch bringen es die Eidgenossen lediglich auf rund 15.000 Hektar Anbaufläche, ein Umstand der natürlich vor allem auf die bergige Landschaft zurückzuführen ist.

So vielfältig das Land kulturell und sprachlich ist, so unterschiedlich sind auch die Weine und ihre Einflüsse. Man ahnt schon, dass im Tessin durchaus italienischer Stil im Wein anzutreffen ist, dass in den französischsprachigen Kantonen eben französische Couleur vorherrscht, und dass die deutschen Rebsorten und Gepflogenheiten eher im Norden der Schweiz zu finden sind.

Es ist wie im richtigen Leben: Die Schweiz als geographisch zentrales Land Europas hat sich nach außen eher abgeschottet. Das galt eben auch für den Wein. Erst in den 1990er Jahren wurden Importbeschränkungen für ausländische Weine gelockert, 2001 für Weißwein gar aufgehoben. Die Konsequenz: Plötzlich hatten die Schweizer Winzer massive Konkurrenz, blieben teils auf ihren Produkten sitzen und mussten sich plötzlich um ausländische Märkte bemühen. Und da die Schweiz sich durch indirekte Steuern maßgeblich finanziert, sprich: alle Waren recht teuer sind, hatten es die Winzer zwischen Genfer See und Bodensee sehr schwer.

Dabei entsprechen die Weine durchaus dem internationalen Geschmack, arbeiten die Schweizer doch ungern mit allzu viel Säure. Biologischer Säureabbau ist gang und gäbe, auch bei den Weißen. Heraus kommen oft kräftige, tiefgründige Weine, die so vielfältig sind wie das Land selbst. Dass die Schweiz angesichts der kleinen Anbaufläche immer ein Nischenland in Sachen Wein bleiben wird, liegt auf der Hand. Dennoch kommen von unseren südlichen Nachbarn unserer Meinung nach einige der spannendsten Weine weltweit.

Anbauregionen in Schweiz

Kamptal

Namensgeber ist der Fluss Kamp, Metropole ist Österreichs größte Weinstadt Langenlois – und mit 4.000 Hektar Rebfläche ist das Kamptal auch eines der größeren Weinbaugebiete des Landes. Kultur und Tourismus haben hier besonderen Stellenwert, verstärkt durch zahlreiche Heurigenbetriebe und Vinotheken. Terroir, oft zitiertes und viel diskutiertes „Zauberwort“ der modernen Weinszene, spielt im Kamptal eine große Rolle, befindet sich doch mit dem Heiligenstein hier eines der markantesten Lagen-Monumente für eigenständige, charaktervolle Weine. Der Name verweist auf die „höllische“ Sonneneinstrahlung, die ein heißes, trockenes Kleinklima verursacht. Geologisches Spezifikum ist der Boden: Er stammt bereits aus dem 270 Millionen Jahre alten Perm-Zeitalter und ist ein Wüstensandstein mit vulkanischen Bestandteilen. Auf den steilen Terrassen am Südhang des Berges – so steil, dass keine dauerhafte Lössauflage angeweht werden konnte – wurzeln hauptsächlich Rieslingreben, die kraftvolle, mineralische und vor allem äußerst langlebige Weine hervorbringen. Der Donau zu verändern sich die Bodenformationen der Weinberge, hier sind auf breiten Löss- und Lehmterrassen gute Voraussetzungen für eine große Vielfalt an Rebsorten und Weintypen gegeben. Dabei spielen neben dem Grünen Veltliner die Burgunderfamilie sowie auch der Blaue Zweigelt ihre Stärken aus. Klimatisch macht sich im Kamptal die Dynamik zwischen dem heißen, pannonischen Becken im Osten und dem kühlen Waldviertel im Nordwesten bemerkbar. Das Spiel zwischen der Hitze am Tag und den eher zurückhaltenden Nachttemperaturen verleiht den Trauben große Aromafinesse und eine lebendige Säure.