Weinhandel

Italien

Italien blickt – neben Griechenland auf die längste Tradition in Sachen Weinbau zurück. Es ist ja keine große Neuigkeit, dass vor allem die Römer den Wein quasi überall in der damals bekannten Welt einführten. Wein gehört also zum Alltag der Italiener wie Oliven oder Brot. Nun sollte man meinen, dass deshalb aus Italien schon seit langem große, ja herausragende Weine kommen. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall: Bis auf ganz wenige Ausnahmen gibt es Qualitätsanbau auf dem Stiefel erst seit rund 50 Jahren. Zuvor blieb fast der gesamte italienische Wein im eigenen Land, und da Wein von mittags bis nachts einfach zum Alltag gehörte, gab es auch keinen Bedarf, ihn zu exportieren. Umgekehrt waren Kenntnisse über ausländischen Wein in Italien weitestgehend auch in Fachkreisen kaum vorhanden.

In Italien hat man Weine bis dahin kaum auf Flaschen gezogen. Der gemeine italienische Wein war anspruchslos und in rauen Mengen vorhanden. Dementsprechend mäßig war die Qualität der Weine, die schon im Weinberg und auch im Keller auf Masse angelegt waren, oft noch bis in die 70er Jahre im Mischsatz mit Getreide zum Beispiel (auch in Barolo bis in die 50er Jahre!). Übrigens ist Italien heute noch der größte Weinproduzent der Welt.

Der Wandel kam mit dem Aufstieg des Weins zu einem weltweit angesehenen und gesuchten Produkt, und in vielen Regionen Italiens mit der Immigration reicher Investoren aus Mittel- und Nordeuropa, die ein romantisches Poggio – beispielsweise in der Toskana – kauften und in Haus, Hof und eben auch Rebflächen investierten. Seitdem hat italienischer Wein einen ungeheuen Siegeszug angetreten und ist heute von den weltweiten Weinkarten nicht mehr wegzudenken – vom einfachen, sauberen Tischwein bis hin zu den großen Provenienzen.

Die Voraussetzungen für den Weinbau sind in Italien eben auch so gut wie kaum anderswo. Anders als in Spanien oder Frankreich, ganz zu schweigen von Deutschland, wird in Italien überall Wein angebaut, Überall heißt, in allen 20 Verwaltungsregionen des Landes, die gleichzeitig auch die offiziellen Weinregionen sind. Dass aus dem alpinen Aostatal andere Weine kommen als aus dem hügelig-warmen Umbrien oder dem heißen Sizilien, versteht sich von selbst. Hinzu kommt eine ungeheure Vielfalt von Rebsorten. Unter den 20 meist angebauten Rebsorten findet sich mit Merlot nur ein einziger „Fremdkörper“. Forscher gehen davon aus, dass immer noch über 2000 Rebsorten in Italien angepflanzt sind, von denen 1000 registriert und 400 für DOC-Weine zugelassen sind!

DOC bedeutet Denominazione d’Origine Controllata und bedeutet in etwa kontrollierte Herkunftsbezeichnung (wie AOC in Frankreich und im Prinzip auch QbA in Deutschland). Italien produziert, anders als hierzulande, große Mengen Tisch-, Tafel- und Landwein, so dass die Einführung der DOC einer der entscheidenden Schritte dahin war, italienischen Weinanbau transparent zu machen und zu klassifizieren. Die Grundvoraussetzung für Verkaufserfolge im In- und Ausland.

Aus der ungeheuren Vielfalt des italienischen Weins freuen wir uns, einige herausragende Winzer und ihre Produkte zu präsentieren. Von großen Namen bis zu unbekannten Rebsorten spannt sich der Bogen des Genusses. Salute!

Anbauregionen in Italien

Marken

Die Region zwischen Umbrien, den Abruzzen und der Adria verdankt ihren Platz auf den Weinkarten dieser Welt vor allem einem Weißwein: dem Verdicchio. Mit knapp 50.000 Hektar Rebfläche befindet sich die Region im italienischen Mittelfeld, einige der Weine aber gehören durchaus zur erweiterten Spitzengruppe italienischer Weinkunst. Neben dem Vericchio aus Castelli di Jesi gilt dies insbesondere für den Rosso Conero, der in der Gegend um die Hauptstadt Ancona zu Hause ist.

Winzer

Garofoli (Loreto)

Aus der Region Marken - östlich der Toskana gelegen - stammen mittlerweile einige der besten italienischen Weine in Sachen Preis-Leistungsverhältnis. Das Traditionshaus Garofoli gilt dabei als Qualitäts-Spitzenreiter des gesamten Anbaugebietes. Ihren herausragenden Ruf hat sich die Kellerei vor allem mit den beiden berühmtesten Weinen der Marken erworben: dem Verdicchio (weiß) und dem Rosso Conero (rot).

www.garofolivini.it 

Südtirol

Kaum eine andere europäische Weinregion hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine solch positive Entwicklung hinter sich wie Südtirol/Trentino. In Italiens nördlichstem Anbaugebiet haben die Genossenschaften und Privatkellereien auf Massenware immer mehr verzichtet. Statt dessen kommen aus Südtirol/Trentino - gerechnet auf die relativ geringe Fläche - mittlerweile die meisten Spitzenweine Italiens. Neben internationalen Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon, die Weltklasseformat erreichen können, existieren zahlreiche Traubenspezialitäten wie Lagrein, Marzemino oder Teroldego, die ausschließlich im breiten Tal entlang der Etsch angebaut werden. Zwar ist Südtirol/Trentino vor allem für seine Rotweine bekannt, doch auch die Weißen haben sich ihren festen Platz auf den internationalen Weinkarten erobert.
 

Winzer

Weingut J. Hofstätter (Tramin)

Eine der drei besten Privatkellereien in Südtirol. Der ?glanzvolle und berühmte Erzeuger? (Gambero Rosso) mit Sitz in Tramin ist bekannt für seine weißen wie roten Burgunderweine, vor allem vom Gut Barthenau mit einer der renommiertesten Lagen des Etschtals. Martin Foradori setzt dabei auf modernste Techniken im vier Stockwerke tiefen Keller wie in den malerischen Weinbergen. Einer unserer Lieblingswinzer!

www.hofstatter.com

 

Weingut Thomas Pichler (Kaltern)

Die Passion für Wein veranlasste Thomas Pichler, Jahrgang 1969, seinen Lebenstraum vom eigenen Weingut im Jahr 2003 zu verwirklichen. Auf fast einem Hektar in Kaltern und Untermazzon keltert dieser sympathische Pirat der südtiroler Weinszene gefühlvoll und konsequent ausgebaute Weine. Keine übertrieben fruchtigen oder zugeholzten Tropfen, sondern Weine mit Stil und Klasse. Das ist die klare Botschaft des sonst sehr bescheidenen Thomas Pichler. Lediglich 10.000 Flaschen besten südtiroler Weins verlassen jährlich seinen Keller. Wir sind stolz, mit ihm arbeiten zu dürfen.

www.thomas-pichler.it 

Veneto

Bei Veneto-Weinen denkt man zunächst an Massenware wie Soave und Pinot grigio, abgefüllt mit hübschem Etikett und unter 5 € zu haben. Diese charakterlosen Gesöffe haben dem Ruf des Veneto schwer geschadet, und doch produzieren einige Winzer der Region nicht nur trinkbaren Wein, sondern auch solchen, der hohen internationalen Maßstäben entspricht. Garganega (das ist die Soave-Traube) kann ausgezeichneten Weißwein hervorbringen, und die Corvina-Traube besitzt hohes Potenzial, was einige führende Valpolicella-Winzer immer wieder beweisen. Aus der gleichen Rebsorte wird schließlich auch der renommierte (und teure) Amarone gekeltert. Und der fruchtige Bardolino, der Gardasee-Urlaubern an Sommerabenden mundet.

Winzer

Viticoltori Ponte, Ponte di Piave

Die Viticoltori Ponte gründeten sich als Genossenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg - mit Sitz in Ponte di Piave nördlich von Venedig. Die Zulieferer kommen aus allen Regionen Venetiens und versorgen die Kellerei mit Trauben für Frizzante und Spumante sowie für zahlreiche Stillweine. Die Ponte-Winzer waren unter den ersten, die vor einem Vierteljahrhundert ihren Wein nicht mehr en gros verkauften, sondern ihn für gut genug hielten, auf Flaschen gezogen und unter einem eigenen Label vermarktet zu werden. Tolle Schaumweine für kleines Geld, das ist noch heute die sehr angenehme Devise der Viticoltori Ponte.

www.viticoltoriponte.it 

Contra Soarda (Bassano del Grappa)

Das Spitzenweingut im Norden von Bassano del Grappa wird von der Familie Gottardi geleitet. Auf Terrarossa und Lavaböden wachsen Weine von unvergleichlicher Mineralität. Alle Weine verfügen über einen unverwechselbaren Charakter. Breganze in der Region Vicenza ist übrigens eine der kleinsten DOC\'s Italiens und umfasst lediglich 300 Hektar und 14 Weingüter. Hauptrebsorten sind die Autochthonen Vespaiolo (weiß) und Marzemino (rot).

www.contrasoarda.it 

Zio Porco Wines

.Zio Porco Wines ? Weine vom Winepunk Marco Giovanni Zanetti

?Zio Porco? ? wörtlich übersetzt bedeutet das ?Onkel Schwein? und für manchen Italiener eine kleine Provokation ?
als selbsternannter Weinpunk will Marco Zanetti die überkommene Weinwelt ein bisschen gegen den Strich bürsten, einen Gegenpol bilden, gegen fdiejenigen die Wein als Statussymbol betrachten.
Für ihn ist Wein Genuss, Lebensfreude, Spaß und ein Teil des Alltags. Ausbildung zum Restaurantfachmann, dann diplomierter Sommelier und schließlich Restaurantmeister ? sein Weg führte ihn in die Frankfurter Gourmetszene und darüber hinaus. Als Importeur, Weinberater und vinophiler \''Hans Dampf in allen Gassen\''.. Dabei hat ihn die Weinbegeisterung so gepackt, dass er selbst in die Produktion einsteigen wollte. Im Veneto fand er mit der Contra Soarda jemanden,  bei dem er das Handwerk lernen durfte, 2007 war sein erster eigener Jahrgang, der WINEPUNK!
Seine besondere Liebe gilt dabei der alten autochthonen Rebsorte Marzemino, aus der er einen herrlich trinkfreudigen und durchaus vielschichtigen Rotwein keltert. Die Weinberge liegen in und um Bassano del Grappa im Veneto, wo Marco Zanetti  knapp 3 ha bewirtschaftet. Die Böden sind von vulkanischem Gestein geprägt. Das hinterlässt seine Spuren in der deutlichen Mineralität der Weine. Porseo, Porcheria, Porcosporco, Porcone, Porcobrut ? alle Weine tragen das Schwein im Namen. Weine mit Anspruch, charaktervoll mit Ecken und Kanten.
May the pork be with you!

www.facebook.com/ZIOporcowines

 

Piemont

Wenn von großen italienischen Weinen die Rede ist, fallen grundsätzlich die Namen zweier Regionen: Toskana und Piemont. Das Land "am Fuß der Berge" liegt im Nordwesten Italiens, wo kühles Klima für eine langsame Reife der Trauben sorgt. Entlang der Flüsse Po und Tanaro entstehen in den Anbaugebieten Langhe, Monferrato und Roero eine enorme Menge an Weinen von internationaler Qualität - davon rund 85% Rotweine. An erster Stelle ist hier die Rebsorte Nebbiolo zu nennen, aus der die Weltkalsseweine Barolo und Narbaresco produziert werden. Aber auch der Barbera ist dank einiger Pioniere, die mit Barrique und langer Maischegärung experimentiert haben, aus dem Schatten des Nebbiolo getreten. Gleiches gilt in begrenzterem Maße mittlerweile sogar für den Alltagswein der Piemonteser, den Dolcetto. Auch die Weißen der Region können sich im italienischen Vergleich sehen lassen. Neben dem berühmten - und oft überschätzten - Gavi ist hier vor allem der Arneis als Traube mit gutem Potenzial zu beachten.

Winzer

Azienda Agricola Málvira, Canale

Unter der leitenden Hand von Giuseppe Damonte begann das Weingut in den 50er Jahren mit der Weinproduktion. Giuseppe war ein Visionär, der damals schon erkannte, dass das Weinbau-Potential des Roero noch nicht richtig genutzt wurde. Die Begeisterung des Vaters für den Weinbau teilenend, übernahmen seine beiden Söhne, Massimo und Roberto Damonte, die Verantwortung für das Gut. Trotz des kontinuirlichen Wachstums der Produktion und der erfolgreichen Einführung neuer Weine in neue Märkte, blieb das Weingut in Familienhand.
Die Roero-Gegend ist für den Weinbau so interessant, da der Boden hier besonders reichhaltig und vielfältig ist. Die Region umfasst ungefähr 350 Quadratkilometer mit 23 Gemeinden. Den Namen Roero erhielt die Region durch die Conti-Roero Familie, die hier im 14. Jahrhundert lebte. Zudem reicht die geographische Geschichte mehr als 10,000 Jahre zurück, als dieser Landstrich noch unter dem Meeresspiegel lag. Diese besondere Situation verlieh dem Roero den sandigen und kalkhaltigen Boden, für den die Gegend heute bekannt ist. Tatsächlich ist es nichts besonderes in den Weinbergen Fossilien zufinden.

www.malvira.com 

Azienda Vitivinicola Sobrero, Castiglione di Falletto

Die Azienda Vitivinicola Sobrero wurde 1940 von Francesco Sobrero gegründet. Heute wird das Gut in der 3. Generation von Flavio und seiner jüngeren Schwester geführt. Flavio absolvierte seine Lehre bei Altmeister Bruno Giacosa und hat, obwohl gerade mal Mitte Zwanzig, ein hervorragendes Händchen für die Diva Nebbiolo! Oder gerade deswegen. Seine Handschrift sind blitzsaubere Weine von enormer geschmacklicher Tiefe. Das Weingut liegt  in Castiglione Falletto, im Herzen des Barolo-Gebietes. Das Weingut hat eine  Gesamtfläche von 16 Hektar Rebfläche und beinhalten alle 6 Cru Lagen von Castiglione di Faletto: Pernanno, Villero, Ornato, Piantà, Valentino & Amelle.

www.sobrerofrancesco.it 

Toskana

Spätestens seit Goethes Zeiten ist die Toskana für Deutsche das Synonym für italienische Lebensart: landschaftlich reizvoll, kulturell hochrangig und kulinarisch interessant. Die Region der Renaissance hat eine der größten Renaissancen in Sachen Wein hinter sich, die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Interessant waren die meisten toskanischen Weine früher doch nur wegen der Chianti-Bastflaschen (die passenderweise „fiasco“ heißen), weil man sie so schön zu Kerzenständern umfunktionieren konnte. Doch Investitionen im großen Stil und ein geradezu überbordendes Qualitätsbewusstsein haben die Toskana in die Spitzengruppe des italienischen, ja europäischen Weines geführt. In erster Linie dank der Rebsorte Sangiovese, Grundlage für nahezu alle großen Weine der Region: Chianti (classico), Vino Nobile di Montepulciano, Brunello di Montalcino oder Morellino di Scansano. Beim Weißwein eher im Mittelmaß, stiegen die toskanischen Tropfen – auch dank der Anpflanzung und Beimischung französischer Rebsorten wie Cabernet oder Syrah – zu gesuchten und oft sehr teuren Produkten auf – allen voran die sog. Super-Toskaner. Doch man muss längst nicht mehr 100 Euro ausgeben, um einen exzellenten Wein aus der Toskana zu trinken, selbst im einfachen Bereich halten viele Chiantis & Co. inzwischen manch Leckeres parat.

Winzer

Candialle (Panzano)

Seit 2002 bewirtschaften Josephin Cramer und ihr finnischer Mann Jarkko Peränen die 12 Hektar Weinberge von Candialle. Dieses Juwel liegt am Südende der berühmten Conca d?Oro, dem Tal der ?goldenen Schale?, unterhalb des mittelalterlichen Ortes Panzano in Chianti. Von hier stammen einige der markantesten Weine der Toskana. Fast alle Betriebe dieser Subregion arbeiten nachhaltig. Die beiden haben in den letzten Jahren an ihrem Traum, unverwechselbare Chianti abzufüllen, sehr hart gearbeitet. Weine mit Frische, Tiefe und Mineralität. Das seien keine ?Chi-Chi-Chianti?, wie uns ein befreundeter Sommelier vor kurzem schrieb, sondern grundehrliche Weine, die ihre Herkunft eindeutig in Duft und Geschmack zeigen. Die amphietheatergleiche ?Conca d?Oro?, die goldene Muschel, liegt im Herzen des Chianti Classicos um den Ort Panzano. Hier gibt es karge Böden mit viel Kalk auf den Süd- und Südwestlagen in 250-400 Meter Höhe. Es ist das ideale Terrain für den Sangiovese. In den letzten Jahren haben sich fast alle Winzer in dieser Subzone dazu entschlossen den Weinbau in nachhaltiger Weise zu betreiben. Der Stil der Weine ist von einer legendären Frische und Klarheit geprägt.

www.candialle.com 

Tenuta Le Calcinaie, San Gimignano

Auf einem Hügel in der Nähe von San Gimignano liegt das Weingut Le Calcinaie. Ein kleiner Betrieb, der Ende der 80er Jahre gegründet wurde. Rund 10 ha Rebfläche gehören zu diesem Weingut. Dort kultiviert der junge Winzer Simone Santini in engem Einklang mit der Natur die Rebsorten Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon, Colorino, Canaiolo und Vernaccia di San Gimignano. Simone hat eine wunderschöne extrovertierte Art. Und wenn er seine Weine beschreibt, dann kann man es gar nicht abwarten, sie zu probieren. Seit dem Jahr 2001 sind alle Weine biozertifiziert.

www.tenutalecalcinaie.com 

Michele Satta, Castagneto Carducci

Michele Satta ist ein innovativer und sympathischer Winzer.  Seit Anfang der neunziger Jahre vinifiziert Michele Satta Spitenweine aus dem landestypischen Sangiovese, Cabernet, Merlot und Syrah. Diese Sorten werden einzeln ausgebaut und später zur Assemblage für seinen berühmten Piastraia oder den neuen Bolgheri DOC verwendet. Mittlerweile umfasst das Weingut 25 Hektar Rebfläche.
Auch hier beginnt die Qualität der Weine bereits in den Weinbergen, die leidenschaftlich mit viel Know-how bearbeitet werden. Mit seinen jüngeren Jahrgängen konnte er sich an der Spitze der Produzenten aus der Maremma etablieren. Die Maremma mit ihren Kalkböden und zum Meer ausgerichteten Rebbergen bringt ein riesiges Qualitätspotenzial und erlangte Dank dem \'Sassicaia\' Weltruhm.

www.michelesatta.com 

Sizilien

Sizilien, die größte INsel im Mittelmeer, ist gleichzeitig die größte italienische Region, was den Ausstoß an Wein betrifft. Jahrzehnte lang wurden die sizilianischen Tropfen hauptsächlich zum Aufpeppen norditalienischer Produkte benutzt, eine eigenständiges Profil der Weinregion hat erst in den letzten 20 Jahren entwickelt. Sizilien verfügt über hochinteressante autochthone Rebsorten wie Insolia (weiß) oder Nero d'Avola (rot), und eine Handvoll engagierter Betriebe hat Sizilien aus dem finsteren Schatten ins helle Licht geführt. Heute ist Sizilien eine der interessantesten Weinregionen Italiens, sowohl im Hinblick auf bezahlbare Alltagsweine als auch für große und mächtige Ausnahmegewächse.

Winzer

Azienda Vitivinicola Vaccaro, Salaparuta

Die Azienda Vitivinicola der Familie Vaccaro liegt im westlichen Sizilien im Valle Belice. Die Gemeinde Salaparuta, in der sich das Weingut befindet, wurde im Jahr 1968 von dem großen Erdbeben gezeichnet. Nur wenig später begann Giacomo Vaccaro im Jahre 1970 sein Weingut in der heutigen Form aufzubauen. Dabei half ihm, wie auf Sizilien üblich, die ganze Familie und so wundert es nicht, dass das Weingut auch heute noch ein reiner Familienbetrieb ist. Im Valle Belice gibt es Weinbau seit den Phöniziern, die seinerzeit diese und andere Kultur nach Süditalien brachten. So wie auch damals sicherlich schon nach den Kriterien des ökologischen Landbaus gearbeitet wurde, haben sich die Vaccaros auf die natürlichen Methoden der Landwirtschaft zurück besonnen und folgen voller Engagement ihrer Passion. Salaparuta befindet sich im oberen Teil des Valle Belice mit seinen kalkigen Böden und einem ganz eigenen Mikroklima. Diesen besonderen Bedingungen und dem Engagement der wenigen Winzer um das modern aufgebaute Örtchen ist es zu verdanken, dass für die Weine Salaparutas endlich vor wenigen Jahren eine eigene Herkunftsbezeichnung, die DOP Salaparuta definiert wurde.
Ohne viele Schnörkel werden hier ordentliche, geradlinige Weine gemacht. Die Rebsorten sind im wesentlichen die traditionellen wie Nero d\'Avola und die weißen Catarratto und Grillo. Ein Weinsortiment von sympathischer Bodenständigkeit!

Umbrien

Die Wein-Region Umbrien liegt in der Mitte des italienischen Stiefels, dort wo er am breitesten ist. Im Nordwesten grenzt Umbrien an die Toskana, im Osten reicht die Region bis zum Apennin. Hier im Osten bilden die Berge die Wasserscheide, und viele Bäche nehmen ihren Weg nach Westen zum Tyrrhenischen Meer. Von den vielen Seen ist der Lago di Trasimeno der größte. Die Region ist sehr abwechslungsreich, Flachland gibt es jedoch so gut wie gar nicht. Die Winde vom Tyrrhenischen Meer bringen außer im Sommer genügend Feuchtigkeit mit, die besonders in den Bergregionen für Niederschläge sorgen, so dass eine gute Wasserversorgung der Reben gewährleistet ist. Die relativ hohe Lage einiger Gebiete sorgt auch für kühle Nachttemperaturen im Herbst, eine unabdingbare Voraussetzung zur Erzeugung eleganter Weißweine und stukturierter Rotweine. Ähnlich wie in der viel überlaufeneren Toskana findet man hier die Städte, oft befestigte mittelalterliche Anlagen auf den Hügeln, durch die im heißen Sommer ein leichter Luftzug für Erfrischung sorgt. Der Rebsortenspiegel ist vielfältig, dominiert wird er im Rotweinbereich aber von der Chianti-Traube Sangiovese.

Winzer

Azienda di Filippo (Cannara)

Relativ klein ist der Betrieb der Familie Di Filippo mit seinen 30 Hektar. Entsprechend der Betriebsgröße war auch die Struktur der Vermarktung der Produkte. Ein großer Teil des Weins wurde in der Vergangenheit offen an regionale umbrische Großhändler zu niedrigsten Preisen verkauft, bestenfalls in 5 Liter-Behältern direkt ab Hof an die Kunden abgegeben. Nur ein verschwindend geringer Teil der Ernte wurde als Erzeugerfüllung in den Handel gebracht. Doch auch das war Ergebnis und Erfolg einer mutigen Entscheidung der Elterngeneration. Italo und Giuseppa di Filippo kamen vor gut 40 Jahren aus der Stadt, um auf dem Land zu leben und ein Weingut zu gründen. Nicht als klassische Aussteiger, sondern die beiden gründeten ihr Weingut, um ein solides Auskommen zu haben und da sie der Stadt den Rücken kehren wollten. Ursprünglich stammte die Familie gar aus Sizilien. Heute bewirtschaften die Geschwister Emma und Roberto mit ihren Familien die Azienda und Cantina di Filippo. Mit dem Abschluss des Studiums zum Önologen kehrte Roberto, der Sohn von Italo di Filippo, auf das elterliche Gut zurück und begann die Umstellung der Rebflächen nach den Richtlinien des AMAB. In erster Linie hat Roberto diesen Schritt vollzogen, da er überzeugt ist, so den besseren Wein herzustellen. Außerdem wollte er seine Ländereien und die dort arbeitenden Personen nicht länger den Belastungen der \'synthetischen Hilfen\' aussetzen. Seit Ende der 90er, es wurde einiges in die Modernisierung und Ausweitung der Kapazitäten investiert, wird auch teilweise angekauftes Lesegut von kleineren Bio-Bauern verarbeitet.

 

Abruzzen

Die Abruzzen bestehen zu einem großen Teil aus der mittelitalienischen Berggegend zwischen Apennin und der Adriaküste, etwa auf dem Breitengrad von Rom. Vor allem in den zum Meer abfallenden Hängen östlich von Pescara findet sich ein ideales Klima für den Weinbau. Während lange Zeit die Weine der Abruzzen zum allergrößten Teil als Billigqualitäten eingestuft werden mussten, gibt es mittlerweile einige wenige Spitzenproduzenten, die zeigen, was für ein Potential in dieser Gegend und der dort heimischen Traubensorte Montepulciano (nicht zu verwechseln mit der Vino Nobile-Stadt in der Toskana) steckt. Die DOC-anerkannten Weine sind zwar nicht sehr zahlreich, doch von hoher Qualität, und sie zeichnen den Weinbau und die Weinerzeugung der Region aus.
 

Winzer

Cantina Miglianico, Roncho

Die Kellereigenossenschaft Miglianico wurde 1961 gegründet und umfasst heute über 400 Mitglieder, die gut 700 ha Weinberge bewirtschaften. Die Produktion der Trauben sowie die Lese stehen unter strenger Kontrolle durch Mitarbeiter der Cantina Miglianico: Mit modernsten Techniken verarbeitet die Genossenschaftler die Trauben zu Qualitätsweinen.
Das stete Bemühen, die eigene Traubenproduktion zu verbessern, die konstante Erneuerung und Investitionen im Keller und in der Abfüllanlage bestätigen die Cantina Miglianico unter den besten Adressen der Abbruzzen.

www.cantinamiglianico.it 

Emilia-Romagna

Es handelt sich nicht um eine homogene Weinbauregion Italiens, sondern der Begriff Emilia-Romagna ist rein verwaltungstechnisch. Hauptstadt ist Bologna, genau in der Mitte zwischen der Emilia im Westen und der Romagna im Osten gelegen. Die Emilia, in weiten Gebieten für ihre leicht schäumenden Lambrusco-Weine bekannt, vermag im Nordwesten, an der Grenze zur Lombardei, auch bemerkenswerte sortenreine Rotweine wie Barberas und Weißweine wie die Sauvignon Blancs oder Pinot Grigios hervorzubringen. Die Hauptanbaugebiete der Romagna liegen zwischen Bologna und dem Meer, bringen in der Mehrzahl einfache, vor Ort beliebte, Weine hervor. Die wenigen Ausnahmen an gehaltvollen, alterungsfähigen Weinen konnten bisher, da mengenmäßig von geringer Bedeutung, international noch nicht Fuß fassen. Man wird aber sicher in Zukunft, wenn man vom Weinland Italien spricht, immer öfter auch an die Emiglia-Romagna denken.
 

Winzer

Azienda Agricola Stefano Berti

Die Weinmacher: Stefano Berti macht hervorragende Weine von Sangiovese. Überzeugend die Eleganz der Rebsorte, beeindruckend die Spannung und der Schliff in seinen Gewächsen. Für uns in seiner Finesse spannender als die meisten toskanischen Sangioveses. Beste Weinbergslagen rund um Ravaldinio und Monte, einem hügeligen Gebiet nahe der Stadt Forlí, sind die Grundlage für hervorragende Weine von Stefano Berti, welche regelmäßig vom Weinführer Gambero Rosso ausgezeichnet werden.
Die Eltern von Stefano Berti erwarben den Besitz in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Am Anfang wurde die komplette Ernte an die nächstgelegene Genossenschaft abgeliefert. Aber mit zunehmender Erfahrung des Sohnes wurde in den 80er Jahren dazu übergegangen die Weine selbst auszubauen und zu vermarkten.

www.stefanoberti.wordpress.com 

Apulien

Die langgezogene Region Apulien mit einer Küste von 830 Km bildet den Sporn und Absatz des italienischen Stiefels. Die Region hat nach den Apuli seinen Namen erhalten, einem Volksstamm der früher dort siedelte. Auf den Hügeln und den Ebenen des Landes betrieben schon die alten Griechen den Weinbau. Die Römer priesen den Wein von Tarentum und immer weiter sprudelte die Quelle von Wein und Olivenöl auch unter den wechselnden Herrschaften der Langobarden, Goten, Normannen, Staufern und Venezianern bis hin zu den Burbonen. Noch Heute ist Apulien einer der größten Weinproduzenten Italiens doch gehen mehr und mehr Betriebe dazu über weniger und eine bessere Qualität zu erzeugen. Denn Apulien besitzt viele alte Rebsorten wie Negroamaro, Malvasia Nera, Primitivo oder Uva die Troja sowie Bombino und Malvasia aus den sich hervorragende Weine erzeugen lassen.

Winzer

Valle dell' Asso (Galatina)

Elio Minola ist verantwortlich für den Weinbau und ?ausbau auf dem Weingut der Azienda Valle dell?Asso, welches weit im Süden, in Apulien, mitten im Absatz des italienischen Stiefels liegt.
Seine Rebstöcke benötigen, wie er sagt, keine künstliche Bewässerung. Sie sind ?nicht verwöhnt? und suchen sich ihre Nährstoffe, indem sie ihre Wurzeln tief in die steinige Erde wachsen lassen. Rebstöcke die stets künstlich bewässert werden, hätten keinen Grund sich die Mühe zu machen, in die Tiefe zu gehen. Das führe dazu, dass die Rebstöcke bequem werden und anfällig seien. Obendrein würde Wasser vergeudet, weil es an der Erdoberfläche schnell verdunstet.

 

Azienda Vinicola Cantele (Guagnano)

Jede Flasche Wein hat ihre eigene Geschichte. Du liest sie in ihrer Farbe, in ihrem Geschmack und in ihrem Duft, der sich verströmt wenn Du sie öffnest und ins Glas einschenkst.
Es ist eine Geschichte von Namen und Orten. Von tausend Geschichten, die von jenen Namen und jenen Orten eingebunden sind. Die Geschichte der Cantele Weine begann in den 50er Jahren. Jenen Jahren, die von der Emotion der Entdeckung, vom Geist des Wiederaufblühens und von einer feinen und maßvollen Freude geprägt waren. Es ist die Geschichte von Giovanni Battista und seiner Frau Teresa Manara. Von einer langen Reise, die sie in Angriff genommen hatten um anzukommen im Salento, dem Land der Sonne. Es ist die Geschichte vom Weingut, das sie gegründet haben und das mit Ihren Kindern Augusto und Domenico gewachsen ist.

www.cantele.it 

Cantina Ionis (Martina Franca)

Seit über drei Generationen werden hier in dem Gebiet Salento mit stetiger Begeisterung charakterstarke Weine auf hohem Qualitätsniveau gekeltert. Das Geheimnis, das hinter jeder einzelnen Flasche der Cantina Ionis steht, ist die traditionsreiche Verpflichtung gegenüber dem Land und die bedingugnslose Liebe zum Wein.

 

Friaul Julisch-Venetien

Friaul Julisch-Venetien ist die östlichste Region im Norden Italiens und grenzt im Norden an Österreich und im Osten an Slowenien. In geographischer Hinsicht präsentiert sie sich als Landschaft mit zwei Gesichtern, den Julischen und Karnischen Alpen im Norden der Region und den Ebenen, die zur Adria im Süden hin abfallen. Unter Kennern gilt die Region als Heimat hervorragender Weißweine aus den Hügelgebieten des Collio und der Colli Orientali del Friuli sowie aus den anderen Anbauzonen Annia, Aquileia, Carso, Grave, Isonzo u. Latisana. Angepflanzt werden hier die heimischen weißen Reben Tocai Friulano, Ribolla Gialla, Verduzzo Friulano, Picolit und die roten Tazzelenghe, Refosco dal Peduncolo Rosso neben einer Vielzahl internationaler Edelreben, mit denen die Rebberge des Friaul nicht erst seit dem Aufkommen gewisser Modeweine bestockt sind.

Winzer

I CLIVI Azienda Agricola di Ferdinando Zanusso (Corno di Rosazzo)

Bereits 181 nach Christus bauten die Römer Wein im heutigen Friaul an. Sie wussten, dass das Terroir genau hier etwas Besonderes war. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts folgte Ferdinando Zanusso dieser Tradition. Zwölf Hektar alter Rebbestände konnte er sich sichern. Ein Großteil in erbärmlichem Zustand. Vier Hektar im Colli, acht im Colli Orientali. Die Böden bestehen aus Kalkstein, Ton und Sandstein. Drei verschiedene weiße Rebsorten wurden gerettet: Tocai Friulano, Verduzzo Friulano und Malvasia Istriana. Alle Rebanlagen sind zwischen 40 und 80 Jahre alt!  Seine Idee war es ?transparente? Weine zu erzeugen, die Region, Böden und Tradition widerspiegeln. Gemacht, getan. Organischer Anbau, spontane Vergärung ohne Zusätze, 20 Hl/ha. Im Keller wird ausschließlich mit Stahltanks und ohne menschlichen Eingriff gearbeitet.  Nur wilde Hefen, kein Holz, keine Filtration. Den ersten Wein füllte er 1996. Heute liegt seine Produktion bei ca. 30.000 Flaschen.

www.clivi.it 

Alberice, Corno di Rosazzo

Die Gebrüder Favero sind die Besitzer des Weinguts Alberice in der klassischen Weissweinzone des Friauls, den Colli Orientali del Friuli.Es werden die klassisischen Sorten Pinot Grigio, Sauvignon und Chardonnay, sowie die autochthone Sorte Ribolla Gialla produziert.

www.alberice.it 

Rebfläche: knapp 900.000 ha (Nr. 3 weltweit)

Jahresproduktion: rund 60 Mio. Hektoliter (Nr. 1 weltweit)

Anbaugebiete: 20

Rebsorten:
vermutlich 2000, davon 1000 registriert und 400 zugelassen in DOC-Weinen

Wichtigste Rebsorten:
Malvasia, Trebbiano (weiß), Sangiovese, Barbera, Montepulciano (rot)