Weinhandel

Die Weinregionen Deutschlands

Deutschland ist mit 100.000 Hektar Anbaufläche im internationalen Maßstab ein kleines Weinland. Zum Vergleich: Allein das Weinbaugebiet Bordeaux ist größer als alle 13 deutschen Weinbauregionen zusammengenommen. Abgesehen von den beiden ostdeutschen Gebieten Saale-Unstrut und Sachsen konzentriert sich der Weinbau auf den Südwesten der Republik – entlang des Rheins und seiner zahlreichen Nebenflüsse. Klimatisch gesehen ist Deutschland eines der nördlichsten Weinbauländer der Welt. Noch im 19. Jahrhundert galten deutsche Weine als herausragend, dementsprechend hohe Preise ließen sich dafür erzielen. Der Niedergang kam nach dem Zweiten Weltkrieg, als das neue Credo nicht mehr Klasse, sondern Masse hieß: Deutsche Neuzüchtungen – die oft nur weinähnliche Getränke hervorbrachten, diese dafür aber in rauen Mengen – wurden zulasten alter Qualitätsrebstöcke ausgepflanzt. Aus ihnen wurden Erträge gekeltert, über die heutige Winzer nur mit dem Kopf schütteln können. Damit die schlechte Qualität nicht so auffiel, nutzte man gerne den Trick der künstlichen Süßung mit sogenannter Süßreserve (also Most). Dass damit zwar Geld, aber kein Renommee zu gewinnen war, liegt auf der Hand.

Das Umdenken hin zu international anerkanntem – trockenen bis edelsüßen – Wein begann im nennenswerten Umfang erst in den 80er Jahren, also mit den letzten beiden Winzergenerationen. Heute gilt deutscher Wein wieder als hervorragend und nach wie vor preiswert. Dies führte in den letzten Jahren zu einem wahren Exportboom insbesondere des Rieslings.

Riesling ist ohne Zweifel der König der deutschen Weine und eine der edelsten Weißweinrebsorten der Welt. Die knackige Säure, gepaart mit viel Fruchtaromen und eher verhaltenem Alkohol, spiegeln seinen Charakter wider. Aber auch die weißen und roten Burgunderrebsorten finden viel Anerkennung, nicht zuletzt auch der Spätburgunder (Pinot noir), aus dem deutsche Winzer in Zeiten des Klimawandels immer dichtere und komplexere Weine zu produzieren wissen.

Wohl bekomm’s!

Anbauregionen in Deutschland

Baden

Baden ist das längste (und drittgrößte) Weinanbaugebiet Deutschlands: Rund 400 Kilometer sind es von Tauberfranken im Norden bis zum Bodensee. Dementsprechend vielfältig sind die Weine aus der wärmsten Region Deutschlands, wobei über zwei Drittel der Flächen mit Weißweinreben bestockt sind. Der Kaiserstuhl mit seinen vulkanischen Böden gilt als herausragende Region für Burgundertrauben, im Markgräflerland herrscht der frische Gutedel vor, weiter nördlich bekommt man vornehmlich Riesling, Silvaner und Kreuzungen dieser beiden Trauben ins Gläsle. Baden gilt als ausgesprochenes Schlemmerland, und einen sehr guten, oft internationalen Ruf genießen auch die Tropfen aus Deutschlands Südwesten - ob von einer der vielen Genossenschaften oder den renommierten Privatkellereien.

Winzer

Weingut Seeger (Leimen)

Thomas Seeger hat das Jahrhunderte alte Weingut der Familie an die Spitze in Deutschland geführt. Nicht mit Millionen-Investitionen, sondern mit viel Talent und mit beharrlicher Arbeit. Sein Anspruch klingt einfach: Wein muss schmecken. Qualität entsteht im Weinberg und Thomas Seeger sieht es als seine Aufgabe, diese auf möglichst geradem Weg in die Flasche zu bringen. Das Wissen, das dazu nötig ist, hat er sich nicht nur während seines Studiums in Geisenheim angeeignet. Es ist ihm in die Wiege gelegt, Thomas Seeger ist ausgestattet mit einem Weinmacher-Gen. Seine Philosophie ist ihm angeboren: Gerne tun, nicht anders können. Vater Helmut ist ihm immer noch tägliches Beispiel.Dennoch ist es ein harter Kampf. Jedes Jahr ist anders, dauernd müssen richtige Entscheidungen getroffen werden – im Weinberg, später im Keller. Möglichst wenig tun ist die Devise. Reicht es? Je weniger Stress die Weine ausgesetzt werden, umso besser schmecken sie. Das ist die Richtschnur. Ökologische Bewirtschaftung ohne systemische Fungizide, ohne Insektizide und Herbizide und Düngung mit eigenen Komposten sind dabei ebenso selbstverständlich wie strikte Ertragsreduzierung.Thomas Seeger gehört zur Generation der Winzer, die in den 80er und 90er Jahren den Aufbruch des deutschen Weins zu neuen Höhen eingeleitet haben. Schon die Väter dieser Winzer haben guten Wein gemacht, aber die Jungen wollten mehr. Sie waren überzeugt, dass in Deutschland Weltklasse-Weine wachsen, weiße und rote. Thomas Seeger ist einer der Pioniere des Barrique-Ausbaus in Deutschland. Das war echtes Neuland, die Anfänge waren hart, die Rückschläge programmiert. Aber Thomas Seeger hat es, wie einige andere auch, geschafft. Seine im Barrique-Fass ausgebauten Weine müssen weltweit keinen Vergleich scheuen. Die Siege und vorderen Platzierungen bei zahlreichen Rotweinpreisen sprechen für sich.

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Weinfamilie Fendt, Baiersbronn

Auf 3 ha Rebfläche bewirtschaften Maren und Jürgen Fendt Rebflächen an der Ortenau, die überwiegend mit Riesling und Spätburgunder bepflanzt sind. Die Produktion ist so angewachsen, dass man inzwischen von einem veritablen Weingut sprechen kann. Während sich Maren hauptberuflich um die Weinproduktion kümmert, arbeitet Jürgen hauptberuflich als Sommelier im 3-Sterne Restaurants Bareiss und nebenberuflich packt er im Weinberg und Keller mit an. Die Fendt-Weine besitzen durchweg viel Substanz, Komplexität und natürlichen Ausdruck.

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Mosel

Wenn im Ausland von deutschen Weinen die Rede ist, dann meistens von solchen, die an Mosel-Saar-Ruwer (wie das Anbaugebiet früher hieß) gedeihen. Und das im Positiven wie Negativen: Süße Plörre mit unaussprechlichen Lagennamen, abgefüllt mit Etiketten, an denen das Wort Design spurlos vorübergerauscht ist: Das ist die eine, Bacchus sei Dank mittlerweile seltener gewordene Seite der Moselmedaille. Auf der Vorderseite prangen einige der besten trockenen und edelsüßen Weißweine, die auf diesem Planeten hergestellt werden. Das ist nicht nur unsere Ansicht, sondern auch die von bedeutenden Weinkritikern wie Johnson, Robinson oder Pigott. Die Rebsortenpalette ist schnell beschrieben: Riesling, wieder Riesling, dann lange nichts, und dann noch ein bisschen Elbling und Müller-Thurgau (plus einige Fässchen Rotwein). Der Riesling erreicht hier – neben dem Rheingau – unwidersprochen seine weltweit besten Weine, ein Erlebnis von seltener Güte.Übrigens: Bis Mitte 2007 hieß das Gebiet noch Mosel –Saar – Ruwer. Und dass die beiden Zuflüsse weggefallen sind, hat nicht damit zu tun, dass dort kein Wein mehr angebaut wird. Es dient vielmehr der besseren Vermarktung der Weine im Ausland. Übrigens schrumpft die Weinregion erheblich: Von noch über 20.000 Hektar in den 1980er Jahren auf mittlerweile knapp 9.000 Hektar. Erfreulicherweise hat man dabei ausschließlich schlechte Lagen gerodet.

Winzer

Weingut Loewen (Leiwen)

Im Jahre 2003 feierte das Weingut 200-jähriges Bestehen, und insbesondere Inhaber Karl-Josef Loewen hat für den Aufstieg des Betriebes in internationale Sphären gesorgt. Loewen will ?bekömmliche? Weine herstellen, die sorglos zu trinken sind, ohne dabei beliebig zu wirken. Und das gelingt ihm in schönster Weise. Kaum eine Weißweinpalette (die ja im Grunde aus einer Rebsorte produziert wird) hat uns je so überzeugt. Und auch die großen Weinführer stufen das 10 ha-Weingut mittlerweile direkt hinter den vier, fünf Renommierbetrieben des Gebietes ein, z.B. Stuart Pigott, der sich im ?Feinschmecker? darüber mokierte, dass die Weine von Loewen für die gebotene Qualität viel zu günstig seien.

www.weingut-loewen.de

Maximin Grünhaus Schlosskellerei C. von Schubert

Das Weingut Maximin Grünhaus liegt am Fuße eines ausgedehnten, steilen Südhanges auf der linken Seite der Ruwer, etwa 2 km von deren Mündung in die Mosel. Die arrondierte, geschlossene Weinbergslage Maximin Grünhaus mit den Einzellagen Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg befindet sich im Alleinbesitz der Familie von Schubert. Die drei Maximin Grünhäuser Weinbergslagen unterscheiden sich durch Bodenart, Hangneigung und Mikroklima und zeichnen sich durch folgende Besonderheiten aus:
Der Maximin Grünhäuser Abtsberg ? der Wein der Äbte der Abtei Sankt Maximin ? umfasst rund 14 ha Rebfläche und ist zum Teil seit über 1000 Jahren mit Reben bepflanzt. Sein Untergrund besteht aus blauem Devonschiefer, die runde Kuppe dreht von Südost bis Südwest und er erreicht eine Hangneigung von bis zu 70 %. Die Weine des Abtsbergs zeichnen sich durch eine fein strukturierte, subtile Mineralität, rassige Säure, viel Frucht, Körper und Spiel aus. Sie gehören zu den langlebigsten Rieslingweinen des Anbaugebietes.

Der Maximin Grünhäuser Herrenberg ? die Qualität für die Maximiner Chorherren ? dehnt sich auf insgesamt 19 ha aus. Hier dominiert der rote Devonschiefer, der zu tiefgründigen Böden mit guter Wasserführung verwittert ist. Die Weine des Herrenbergs zeigen schon früh Frucht und Körper und bestechen ebenfalls durch außerordentliche Entwicklungsfähigkeit.

Der Maximin Grünhäuser Bruderberg ? der Wein für den einfachen Klosterbruder ? misst nur einen guten Hektar und hat als direkter Nachbar des Abtsbergs den gleichen blauen Schieferboden. Die Weine sind von sehr würziger, manchmal rustikaler Schiefermineralität geprägt, werden ausschließlich als Qualitätsweine deklariert und besitzen eine außerordentliche Lagerfähigkeit.

www.vonschubert.com

 

Pfalz

Die Pfalz, Deutschlands zweitgrößtes Weinanbaugebiet, erstreckt sich über 80 Kilometer in etwa von Worms im Norden bis zur deutsch-französischen Grenze nahe Karlsruhe. Nur etwa sieben Kilometer breit ist das Gebiet, im Osten begrenzt vom Rhein, im Westen vom Pfälzer Wald. Über ein Viertel des Rebspiegels weist mittlerweile rote Rebsorten aus, Tendenz steigend. Auf rund 24.000 Hektar entstehen hier einige der vollmundigsten deutschen Weine, und das nicht nur im Rotweinbereich, für den die Pfalz (früher Rheinpfalz) bekannt ist. Dass hier auch spätreifende Trauben ausreifen, kann kaum verwundern, da auch Mandeln und Zitrusbäume durchaus erquickliche Ergebnisse zeitigen. Touristisch wie weintechnisch ist die Pfalz allemal einen Abstecher wert.

Winzer

Weingut Philipp Kuhn (Laumersheim)

''Handarbeit und ein gutes Bauchgefühl'', mehr braucht es laut Philipp Kuhn nicht, um guten Wein zu machen. Dass er die Erfahrung nicht erwähnt, die er gesammelt hat, seit er mit 20 Jahren das elterliche Weingut übernommen hat, ehrt ihn. Und dass es hier in der Nordpfalz extrem gute Lagen und klimatische Bedingungen gibt, verschweigt er auch. ''Aber was nützen dir die besten Lagen, wenn du nicht weißt, was du damit anstellen sollst?''. Philipp Kuhn weiß es!  Lange Zeit ein Geheimtipp, zählt er mittlerweile zum erlauchten Kreis der VDP-Winzer und gehört zu den am besten bewerteten und am rasantesten aufsteigenden Winzern Deutschlands. Doppelter Gewinner dess Deutschen Rotweinpreises, Decanter Award inklusive. Und die Presse überschlägt sich. Der ''Gault Millau'' spricht schon vond er nächsten Aufwertung, der Eichelmann stuft ihn beständig unter die besten Winzer der Pfalz, ja Deutschlands, und der "Feinschmecker" platziert ihn mit 4/5 F ebenfalls ganz weit oben - Tendenz weiter steigend. Aber wie immer ist uns der persönliche Eindruck viel wichtiger: Wir haben angefangen, mit Philipp zu arbeiten, als er noch recht unbekannt war, und es macht Spaß, seinen Aufstieg zu begleiten. Selten haben wir eine weiße und rote Weinpalette (blaue Kapsel = Gutsweine, Silberkapsel = Lagenweine, Goldkapsel = Große Gewächse) verkostet, die so groß und gleichzeitig so ausgewogen und gut ist ? ob im Stahltank, großen Holzfass oder Barrique ausgebaut. Und dabei jede Menge Spaß gehabt mit einem bemerkenswert unprätentiösen, einfach netten Typen: Philipp Kuhn

www.weingut-philipp-kuhn.de

Weingut Langenwalter (Weisenheim am Sand)

Dieses Weingut ist ein Paradebeispiel eines deutschen Familienbetriebes in der Weinbranche. Vom Großvater gegründet, bereitet heute Thorsten Langenwalter mit seinen Eltern und seinem Onkel die Weine auf über 20 Hektar. Viel Handarbeit, konsequente Ertragsreduzierung und naturnaher Anbau sind heute im Qualitätsanbau zwar nahezu überall anzutreffen, was aber nicht heißen darf, dieses nicht mehr zu erwähnen. Tolle Weine aus einem feinen Weingut, insbesondere die Ropten haben es uns angetan.

www.weingut-langenwalter.de/fr_home.htm

Weingut Lukas Krauß, Lambsheim

Dieser Typ ist genauso ungewöhnlich wie seine Weine. Die Weine überzeugen nicht allein durch das Layout der Etikette und der selbstkreierten Güteklassen (Anzahl der Hüte), sondern auch durch die hohe Qualität. Denn Krauß legt extremen Wert auf die Behandlung der Trauben: Durch Freischnitt erhöht er die Atmung und die Sonneneinstrahlung, er liest die Trauben mit der Hand aus und verwendet keine Maischewagen: ?Wenn man die Trauben vermurkst, kann der Wein nichts mehr werden.?

www.lukaskrauss.de 

Rheingau

In den Ausläufern des Taunus, an den Ufern von Rhein und Main liegt eines der berühmtesten Weinanbaugebiete Mitteleuropas. Das kann nicht an der Masse liegen, denn mit rund 3300 Hektar Rebfläche zählt das Rheingau zu den Miniregionen. Aber die Weine, insbesondere aus Riesling, die hier herkommen, zählen zum Besten, was Deutschland ins Glas schenken kann. Dabei geriet das Rheingau vor allem durch seine Alleingänge in Sachen Klassifizierung ins Gerede, „Charta“ heißen die Weine vom Zusammenschluss der besten Winzer, Erstes Gewächs ist seit Neuestem offizielle Bezeichnung für die Spitzentropfen...da blicken auch Fachleute kaum noch durch, aber dafür immer wieder gerne tief ins Glas, wenn denn – egal wie bezeichnete – Rheingauweine zum Ausschank kommen.

Winzer

Weingut Flick (Flörsheim-Wicker)

Das 20ha-Weingut liegt in einer restaurierten malerischen Mühle am Ortsausgang von Wicker, und wenn man in die Weinberge hochfährt und dem ausgesprochen eloquenten und netten Reiner Flick lauscht, erblickt man im Hintergrund den Messeturm von Frankfurt. Joachim Flick ist einer der jüngeren Winzer im erlesenen ?Charta?-Kreis, sein Weingut liegt fernab von den großen Namen rund um Rüdesheim und Co., nämlich im äußersten Osten des Rheingau, also eigentlich im ?Maingau?, wenn man so will. Perfekte Drainage vom Taunus zum Main sorgen auch in trockenen Perioden für genug Bewässerung und damit guten Wein, perfektioniert durch einen ambitionierten, weltoffenen Winzer. Eichelmann kürt Flick in seinem Mammutbuch ?Deutschlands Weine 2003? zum Aufsteiger des Jahres und erhebt ihn in die Weltklasse, und Stuart Pigott lobt ihn in seinem ?Genialen Weinführer? über alle Maßen.

www.flick-wein.de 

Weingut Stefan Breuer (Geisenheim)

Stefan Breuer umschreibt seine Philosophie so: \''In den Boden reinhören, ihn verstehen, seine Zeichen deuten:
In einer gewissen Weise ist der Winzer der Knecht seines Bodens
und der Gehilfe der Rebsorte, die den Boden interpretieren soll.
Ich suche diese Typizität, den originären Grundtyp,
den mir der Boden mitteilen möchte.\'' Und damit ist viel gesagt über terroirgeprägte, mineralisch-kräftige Weine aus gesunden Weinbergen, die jede Menge Spaß verströmen.

www.breuer-wein.de 

Weingut Peter Jakob Kühn (Oestrich-Winkel)

Von der Bodenbearbeitung zur Pflege der Reben, von der Weinbereitung bis hin zur individuellen Kundenbetreuung: die Kühns sind von ganzem Herzen Bio-Winzer. Das Bio- Weingut befindet sich seit 1786 im Familienbesitz. Vom Gründer Jacobus Kühn bis zu Peter Jakob Kühn sind 11 Generationen vergangen, und bei allem, was bis heute getan wird, wird schon an die nächsten Generationen gedacht. Qualität ohne Nachhaltigkeit ist im Weinbau undenkbar: Die Weinberge werden seit 2004 kontrolliert ökologisch und biodynamisch bewirtschaftet. In 2009 hat das Weingut sich demeter, dem Verband für ökologischen Anbau auf anthroposophischer Grundlage, angeschlossenWeingut Peter Jakob Kühn (Oestrich-Winkel)

www.weingutpjkuehn.de 

Rheinhessen

Rheinhessen liegt – anders als der Name vermuten lässt – im Bundesland Rheinland-Pfalz, also westlich des Rheins. Deutschlands größtes Anbaugebiet zwischen Bingen, Alzey, Mainz und Worms ist bekannt, ja berüchtigt geworden für dermaßen beliebige Massenware, dass der Ruf auf Jahrzehnte ruiniert schien. Doch die Zeiten ändern sich: Inzwischen kommen aus dem „Land der tausend Hügel“ wieder jede Menge gute Weine, was angesichts der günstigen topographischen und klimatischen Bedingungen nicht überrascht. Zu verdanken ist dies den Anstrengungen vieler junger Winzer, die nicht nur gute Ware produzieren, sondern diesen im Wust deutscher Weinbezeichnungen auch kenntlich machen wollen. Bestes Beispiel dafür sind die recht strengen Richtlinien für sog. Selection-Weine.
 

Winzer

Weingut Scherner-Kleinhanß (Flörsheim-Dalsheim)

Im Wonnegau an der Grenze zur Pfalz liegt das Weingut Scherner-Kleinhanß, das aus dem Zusammenschluss zweier traditionsreicher Winzerfamilien vor etwa 50 Jahren entstand. Klaus Scherner, der darauf Wert legt, jeden Wein individuell zu behandeln, leitet das Gut in neunter Generation, und ihm ist es zu verdanken, dass die Weine des hübschen Fachwerk-Hofes mittlerweile weit über den Rhein hinaus Geltung erlangt haben. Dabei sind die immer sehr fruchtbetonten und harmonischen Weine zu Preisen zu haben, dass einem fast die Spucke wegbliebe ? wären die Tropfen nicht so lecker.

www.scherner-kleinhanss.de 

Württemberg

Das „Lemberger-Land“ bedient sich als Fruchtbarkeitspender im wesentlichen des Neckar und seiner Nebenflüsse. Von der Ausdehnung sehr groß (das Gebiet verläuft von Bad Mergentheim im Norden über Heilbronn und Stuttgart bis hinunter nach Reutlingen), hält sich die Rebfläche mit 11000 Hektar in Grenzen. Das gälte auch für die überregional bedeutenden Weine, wären da nicht einige herausragende Erzeuger wie Drautz-Able, die Grafen Neipperg und Adelmann oder Dautel, denen dank gekonntem Umgang mit Barriquefässern einige der besten und haltbarsten Weine Deutschlands gelingen. Der Rebspiegel liest sich in Württemberg insbesondere im Bereich der roten Sorten etwas anders als in anderen deutschen Regionen, erzielen hier doch insbesondere Lemberger und Schwarzriesling, aber auch Samtrot oder Trollinger (neben dem alles überragenden Spätburgunder) erstaunliche Ergebnisse.

Winzer

Weingut Steinbachhof Eißler (Vaihingen)

Der Steinbachhof ist eine historische Hofanlage, umrahmt von Feld, Wald, Wiesen und Weinbergen. Er liegt nordwestlich von Stuttgart im Naturpark Stromberg. Seit 1848 ist der Steinbachhof im Besitz der Familie Eißler. Bis Ende der 50er Jahre erlebte die Domäne Steinbachhof, getragen vom eigenen Weinausbau und Flaschenweinverkauf eine erste Blütezeit. Doch das heutige Weingut existiert in dieser Form erst seit dem Jahr 2000, als Ulrich und Nanna Eißler sich entschlossen, die alte Weinbautradition wieder aufleben zu lassen. Binnen kürzester Zeit haben sie sich dabei einen tollen Ruf erworben, fehlen in keinem Weinführer, und auch Stuart Pigott hat sie in der neuen Bibel \'\'Wein spricht deutsch\'\' ausdrücklich hervorgehoben.
Die Herstellung von Wein verstehen die Eißlers als einen sinnlichen und schöpferischen Prozeß.  Naturnaher Anbau, schonender Umgang im Weingarten und -keller, kein Filtern bei den Topweinen sind einige der Punkte, die zu dem rasanten Aufsteig des Weinguts führten - allen voran aber natürlich die großartigen Weine. Ein junges Weingut der Extraklasse!

www.weingut-steinbachhof.de 

Saar

Am Unterlauf der Saar (also in Rheinland-Pfalz, nicht im Saarland) entstehen einige der größten Weine der Welt. Oft halbtrocken bis edelsüß, kommt hier eine Geschmacksfülle ins Glas, die ihresgleichen sucht. Insbesondere wenn man bedenkt, wie wenig Alkohol hier als Geschmacksträger fungiert. Knackige Säure, tolle Frucht und eine ausgeprägt mineralische Note, nicht zuletzt dank des vorherrschenden blauen Devon-Schiefer, prägen die Weine und prägen sich einem für immer ein.
 

Winzer

Scharzhof Egon Müller, Wiltingen

Es gibt gute deutsche Winzer, es gibt großartige deutsche Winzer, es gibt Weltklassewinzer aus Deutschland ? und es gibt den Scharzhof - Egon Müller. Understatement  ist auf Weingut oberste Prämisse, man lese nur Hugh Johnsons Passage in seinem Buch ?Weinwelt? über die Verkostung bei Müllers. Dass Egon Müller bei aller Zurückhaltung ein überaus angenehmer, kompetenter und vielseitiger Gesprächs- und Geschäftspartner ist, kommt meist nicht so zur Geltung. Selten haben wir einen Weingutsbesuch so genossen. Über die Weine zu schreiben, ist eigentlich Frevel. Sie gehören zum Allerbesten, was auf dem Weinplaneten Erde auf Flaschen gezogen wird. Unglaublicher Stoff, nie trocken, von einer Beständigkeit und Alterungsfähigkeit, die einem den Atem raubt. Wer Scharzhof-Weine jung trinkt, ist eigentlich selber schuld; wenn sie doch bloß nicht so verdammt lecker wären?.

www.scharzhof.de 

Nahe

Gastfreundschaft wird an der Nahe groß geschrieben: Ungezählte Hoffeste – vom klassischen Umtrunk bis zu Jazzkonzerten – locken im Spätsommer in die malerische Nahelandschaft. Auf der rund 100 Kilometer langen Naheweinstraße kann man sich einen schönen Überblick über diese mittelgroße deutsche Weinregion (gut 4.000 Hektar stehen unter Reben) verschaffen. Naheweine gehören zu den Aufsteigern unter den deutschen Weinen, nicht zuletzt dank des Engagements zahlreicher qualitätsbewusster Winzer, die sich zum Teil auch international einen guten Namen gemacht haben. Dass der Riesling auch an der Nahe im Vordergrund steht, bedarf keiner großen Erwähnung. Allerdings ist der Rebsortenspiegel an diesem Nebenfluss des Rheins erheblich vielfältiger als anderswo. Neben Riesling sind hier auch Rivaner, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder sowie Kerner, Scheurebe, Portugieser und Dornfelder in erwähnenswertem Umfang beheimatet.

Winzer

Weingut von Racknitz (Odernheim)

Dass Hildegard von Bingen das Etikett der von Racknitz-Weine ziert, ist dem Umstand zu verdanken, dass die bedeutende Nonne im 12. Jahrhundert 40 Jahre im Kloster Disibodenberg verbracht und hier ihre wichtigsten Schriften verfasst hat. Und genau das Gut des einstigen Klosters befindet sich seit 200 Jahren im Besitz der Familie von Racknitz. Großartige Lagen an der Mittelnahe, mit Passion und Kenntnis bewirtschaftet, bringen herausragende Weine hervor. Zur Philosophie des Betriebes gehört u.a. der grundsätzliche Ausbau der Weine im großen Holzfass.

www.von-racknitz.com 

Mittelrhein

Vor den Toren Bonns beginnt das Weinbaugebiet Mittelrhein, und es erstreckt sich bis Bingen. Der südliche Teil, Oberes Mittelrheintal genannt, wurde 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und ist der für den Weinbau bedeutendere. Zwischen Siebengebirge und Loreley existiert noch Weinromantik pur. Was so hübsch anmutet, heißt für den Winzer aber gleichzeitig, unter extrem schwierigen Bedingungen – kühles Klima, steile und damit schwer zu bearbeitende Terrassen – arbeiten zu müssen. Die kargen Tonschieferböden in den Steillagen, die Temperatur ausgleichende Wasseroberfläche des Rheins und der niedrige Ertrag sind die Grundlagen für die Spitzenqualität der Weine am Mittelrhein. Ideale Bedingungen insbesondere für den Riesling.
Mit 457 ha Anbaufläche ist der Mittelrhein fast das kleinste Anbaugebiet Deutschlands, nur Sachsen und die Hessische Bergstraße sind noch unwesentlich kleiner. Dabei ist der Anteil der Weißweine an der Gesamtproduktion mit 85% extrem hoch – Platz 2 hinter der Mosel.

Winzer

Hahnenhof - Weingut Toni Jost (Bacharach)

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts betreiben die Josts Weinbau am Mittelrhein. Rund um die Toplage Bacharacher Hahn, die sich heute fast im Alleinbesitz des Betriebes befindet, gedeihen auf 12 Hektar Rebfläche allen voran Riesling (80 %) und Spätburgunder (15 %). Nach seinem Filetstück wurde der Betrieb Hahnenhof genannt. Seit 1975 zeichnet Peter Jost für den Weinbau verantwortlich, und er hat das Gut nicht nur in die deutsche, sondern in die internationale Spitze gekeltert.

www.tonijost.de 

Franken

Der Bocksbeutel ist das Markenzeichen des Frankenweins, der seit über 1200 Jahren vor allem am Main angebaut wird. Das fränkische Weinland begrenzen die Rhön im Norden, der Steigerwald im Osten, das Taubertal im Süden und der Spessart im Westen. Etwa 6.000 Hektar Rebland bepflanzen die fränkischen Winzer. Besonders der Silvaner gedeiht optimal auf den Muschelkalk- und Keuperböden und ist ein Aushängeschild fränkischer Weinmacherkunst. Feinaromatischer Müller-Thurgau, Frankens meistangebaute Rebsorte, wird von jungen Winzern modern ausgebaut und erlebt eine Renaissance. Rund 80 Prozent beträgt der Weißweinanteil in Franken, neben Silvaner und Müller-Thurgau kommt der weißen Rebsorte Bacchus als regionale Spezialität eine große Bedeutung zu.

Winzer

Weingut Weltner, Rödelsee

Weingut Weltner, Rödelsee

Seit 1553 betreibt Familie Weinbau, seit vier Generationen in Rödelsee. Diese jahrhundertealte Tradition fortzuführen und weiterzuentwickeln ist eine faszinierende Herausforderung. Und wer hätte das gedacht: Bis heute meistern sie sie am besten als Familienbetrieb.Millionen Jahre Erdgeschichte lagern in diesen Böden: Schilfsandstein und Dolomit, Gipskeuper, tonige Mergel .. . So einen vielschichtigen Mineralienmix bringt nur der Sylvaner authentisch zum Ausdruck. Oder? Das Potential für echte Charakterweine ist hier jedenfalls mit Händen zu greifen. Unverfälschte, individuelle Weine sind das Ziel, und die Lagen Küchenmeister, Schwanleite und Julius-Echter-Berg bieten die besten Voraussetzungen dafür. Es werden Weine produziert , die Ansprüche an ihre Genießer stellen. Sehr individuell und fordernd, nichts für Einsteiger. Kein Korb voller Südfrüchte, sondern eigensinnig und hochkomplex. Im Fokus steht  ganz klar der SYLVANER mit über 50% Anbaufläche.

www.weltnerwein.de 

Château Tour de Gendres, La Julienne

Luc de Conti  ist ein Mann mit einer Vision: Er will einen Wein machen, der die Vorstellung, die man von Bergerac hat, übersteigt. eine strikte Mengenbegrenzung, eine sehr späte und extrem selektive Ernte in mehreren Durchgängen, um nur auf den Punkt gereifte Trauben zu lesen, Umstellung auf biologisch-dynamischen Anbau, um eine tiefe Wurzelung der Rebstöcke  zu erreichen sowie eine manuelle Bearbeitung der extrem gepflegten Böden. Die rigorose handwerkliche Arbeit in den Weinbergen findet ihre konsequente Fortsetzung in einer äußerst schonenden Kellertechnik: Spontanvergärung von intakten, unzerquetschten Trauben auf weineigenen Hefen, sehr langsame und schonende Entrappung, keine Filtrierung oder Klärung. Während seiner 20jährigen Winzerkarriere hat Luc de Conti sein Weingut an die Spitze der Appellation Bergerac geführt.? Seine herrlich mineralischen Weiß- wie Rotweine gehören schlicht zu den herausragenden Weltklassegewächsen Frankreichs!

www.chateautourdesgendres.com 

Rebfläche: 102.000 Hektar (davon knapp 2/3 Weißwein)

Jahresproduktion: 10,5 Mio. Hektoliter (in 2007, deutlich über dem Durchschnitt)

Anbaugebiete: 13

Wichtigste Rebsorten:
Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner, Grauburgunder, Weißburgunder (weiß), Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser (rot)